6 Tipps für das erste Mal: Tonstudio

Eigentlich war ja ein fulminantes Konzert geplant. Als Abschluss des intensiven Stimmtrainings, in das so viel Zeit, Schweiß und Arbeit investiert wurde. Ein Konzert, um zu zeigen, was in einem Jahr weitergehen kann, wenn man sich committed. Ja, das wurde dann 2020 leider nichts und auch 2021 sieht noch schlecht aus. Also entschieden wir uns mit den StimmWunder-Teilnehmerinnen auf das zweite Standbein einer Sängerin auszuweichen und ins Tonstudio zu gehen, um jeweils einen Demosong aufzunehmen.
Das ist ziemlich mutig, wenn man weiß, dass die hälfte der Sängerinnen erst vor einem Jahr begonnen hatten wirklich Gesangsunterricht zu nehmen und regelmässiger Unterricht zwecks Corona nicht möglich war. Und: Das Tonstudio-Mikrofon wirkt wie ein Vergrößerungsglas für die Stimme. Es zeigt alles, was noch nicht ganz sauber sitzt. Doch die Teilnehmerinnen haben sich getraut und durchwegs solide Leistungen erbracht. Zur Feier der Erfahrung, findet ihr hier 6 Tipps für das erste Mal im Tonstudio 😉

 

  • Atme tief!
    Das sensible Mikrofon im Tonstudio verzeiht nichts! Man hört jeden falschen Ton, jede  Unsicherheit und jeden Gedanken, den du während des Singens denkst. All das verändert in Nuancen deine Stimmfarbe. Vor allem hört man, wenn du nicht gut stützt und deine Töne deswegen nicht sauber hältst. Konzentriere dich also, auch wenn du nervös sein solltest, auf eine gute Atmung und sei mehr in deinem Körper als in deinem Kopf.

 

  • Mach vorher schon Audio-Aufnahmen
    Das Dümmste, was du machen kannst ist dich im Tonstudio das erste mal auf einer Aufnahme zu hören. Vor allem wenn du vorher nur auf „passt schon“ geübt hast und dann im Tonstudio merkst, dass du dir einige Stellen falsch eingeübt hast. Nimm dich vorher schon beim Singen auf, a capella und mit Musik und achte auf unsaubere Stellen. Es reicht eine Handy-Aufnahme, wenn du kein professionelles Equipment hast.

 

  • Bring Emotionen und Dynamik in deinen Song
    Viele Dinge – wie leicht falsche Einsätze – kann man im Studio oft nachbessern. Doch die Energie, die du mitbringst nicht. Deswegen sorge dafür, dass du deinen Song mit Emotionen und Dynamik füllst. Dabei hilft anfangs oft eine „Choreographie“, die du eingeübt hast. Ankere durch mehrmaliges Singen und Fühlen einen emotionalen Ablauf beim Üben schon in deinen Körper, so dass es automatisch so herauskommt wie geplant. Dir im Studio zu überlegen, wie du den Song rüberbringen möchtest, ist ein wenig zu spät. (Außer es handelt sich natürlich, um einen kreativen Prozess mit einem Produzenten)

 

  • Iss und trink Mikrofon-tauglich
    So nett es auch ist, wenn der Produzent dir vor eurer Aufnahme einen Kaffee und Kekse anbietet, lehne dankend ab und verschieb das auf nach der Aufnahme. Es gibt wenig Peinlicheres, wenn man durch einen Kaffee- oder Schokolade-Mund vor jedem Ton ein Schmatzen hört. Gleichzeitig hat Nervosität einen ähnlichen Effekt. Wähle daher lieber stilles Wasser vor der Aufnahme und hydriere dich ausreichend und achte darauf, dass du an dem Tag schon zumindest eine Kleinigkeit gegessen hast, um deinen Speichelfluss zu optimieren 😉 Mein Sprechtrainer Werner Wawruschka meinte einmal, dass hauchdünn geschnittene Karotten-Scheiben, das Einzige ist, das man im Tonstudio essen sollte. Mahlzeit!

 

  • Bitte komm pünktlich!
    Ich habe schon oft Tonstudio-Termine mitbekommen, die auf eine Stunde anberaumt waren, wo Sänger oder Sprecher allerdings zu spät kamen. Meistens zahlt man im Studio aber pro Stunde, und somit wird die Zeit nicht einfach hinten drangehängt, sondern fehlt dann einfach. Du nimmst dir selbst Arbeitszeit weg.

 

  • Mach’s dir gemütlich und gönn dir Fehler!
    Egal, ob du mit einem neuen Track arbeitest, oder einfach ein Demo-Cover aufnimmst, mach die Erfahrung für dich und alle, die daran beteiligt sind, zu einer entspannten! Lass dir die Lautstärke gut einrichten und teste aus, wie du dich am besten hörst. Dazu gehört auch, dass du dir sofort verzeihst, wenn du Fehler machst. Nur so bist du bereit eine Phrase mehrmals konzentriert aufzunehmen, ohne bei jedem neuen Versuch immer nervöser zu werden, weil es immer noch nicht funktioniert. Vertrau auf die Expertise des Teams und steh zu dem, was du (noch) nicht kannst. Wenn du umgänglich und sympatisch bist, ist die Chance größer, dass du öfter eingeladen wirst und damit auch mehr üben kannst.

 

Im folgenden Video siehst du Eindrücke der StimmWunder an ihrem Tag im Tonstudio. Es war aufregend und erfüllend zugleich:

 

Danke an Paulus für deine technische Unterstützung und Herzlichkeit. Danke an die vier Sängerinnen, die sich getraut haben, so spontan ins Abenteuer zu springen: Vanessa, Tina, Erika und Michelle.

PS: Die Aufnahme wurde durch zahlreiche negative Antigen-Tests möglich gemacht 😉

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