Level Up Your Habits! Wie du als Musiker*in wirklich besser wirst

Du übst brav jeden Tag deine Instrumente, schreibst vielleicht Songs und genießt ab und an die Gemeinsamkeit in Bandproben. Und trotzdem hast du das Gefühl, dein Level Up bleibt aus? Ich bin Vocal Coach und Mentaltrainerin und weiß, wie wir Künstler*innen uns oft selbst im Weg stehen. Oft sehen wir nicht dort hin, wo wir wirklich Defizite haben, weil das eine andere/ungewohnte Arbeit bedeutet. Und oft fühlen wir uns sowieso schon niemals „gut genug“ und das würde uns das nur noch bestätigen. Und es ist wahr: Nichts ist schmerzhafter als die ständigen, unvorteilhaften Muster zu erkennen, in denen wir funktionieren. Doch es ist auch nichts sinnvoller und bringt dich weiter. Wie soll man da nur anfangen?
Deswegen erhältst du hier 3 Tipps, wie du tatsächlich aus deinen alten Mustern ausbrechen kannst. Du wirst sie lieben und hassen 😉

 

  • Videoanalysen deiner Performances
    Oh ja, der Knaller kommt gleich zu Beginn. Nimm dir Videos von deinen letzten Auftritten/Proben/Unterrichtseinheiten oder was auch immer du sonst noch filmen willst (wenn du keine hast, mach welche!). Sieh dir die Videos an, als würdest du eine fremde Person performen sehen. Es ist wichtig, diese 2.Position einzunehmen, da du zu dir selbst sicher viel zu hart bist. Der erste Schritt beinhaltet erst einmal NUR die Wahrnehmung:
    + Was sehe ich?
    + Was höre ich?
    + Wie verhalten sich die Menschen auf dem Video? Im nächsten Schritt analysiere deine Performance nach folgenden Kriterien:
    + Was fühle ich? Würde ich mir diese Performance nochmal ansehen und vermittelt sie ein gutes Gefühl ans Publikum?
    + Von einer Skala von 1-10 (1 ist schlecht, 10 ist „grossartig, Welttournee ich komme“) wie fand ich die Performance dieser Person?
    + Was war gut? (Nenne mindestens 7 Dinge)
    + Was davon war mein Verdienst, was waren die Umstände?
    + Was ist mir negativ aufgefallen?
    + Was davon war mein Thema, was waren die Umstände?
    + Was könnte ich besser machen?Benenne alles so konkret wie möglich. Vage Gefühle zählen nicht. Du möchtest am Ende eine Liste mit den positiven Elementen haben, die du wieder so machen kannst und eine Liste von konkreten (und machbaren) Verbesserungsvorschlägen für alles, was nicht funktioniert hat. Wenn dir das noch zu schwer ist, dann hole dir eine*n ehrlichen Freund*in zur Hilfe oder einen Coach.

 

  • Die 10/10/10-Challenge
    Schlimmer kann’s nicht werden, oder? Ha ha, wait for it…
    Jede Gewohnheit war einmal eine Lösung, aber wer sagt, dass sie es heute immer noch ist? 95% unserer Handlungen geschehen auf Autopilot und es würde uns nicht im Traum einfallen, es einfach mal anders zu machen. Deswegen erfordert es ein wenig Selbst-Reflexion tatsächlich an seine Ziele zu kommen.
    Deswegen stell dir die Frage: Was ist mein Ziel? Schreibe es dir in die Mitte eines Zettels und jetzt frag dich, warum du es noch nicht hast.Hast du das einmal aufgeschrieben, kannst du dir als Nächstes überlegen, welche Teilschritte bis dahin nötig werden. Gehe wie folgt vor und schreibe auf:
    + 10 ungewohnte Dinge
    + 10 Riskante Dinge
    + 10 Neue Dinge

Mach es dir nicht zu leicht, sondern überlege wirklich, was außerhalb deines bisherigen Handlungsspielraumes lag und baue diese 30 Dinge innerhalb der nächsten Zeit in dein Leben ein!

 

  • Wer bist du als Künstler*in?
    Unsere Gewohnheiten sind Handlungen, die wir schon oft gemacht haben und die uns beweisen, wer wir sind. Wir kämen nie auf die Idee zu rauchen, wenn wir uns nicht als Raucher definieren oder täglich zu beten, wenn wir uns als Atheisten verstehen würden. Vielleicht gibt es viele Dinge, an die du noch nicht einmal gedacht hast, weil sie außerhalb des Möglichkeitsraumes deiner Identität liegen. Geh also 5 Minuten in dich, meditiere vielleicht vorher, wenn du dich so siehst 😉 und schreibe auf, wie du dich selbst siehst. Lass den Stift einfach Laufen, schreibe alles auf, was dir einfällt. Wenn die Zeit um ist, versuche das Gegenteil der Wörtern auf dem Blatt zu finden und auch diese mit deiner Identität zu bestätigen. Wenn da zum Beispiel steht: „Ich bin Teamplayer„, dann suche den gesunden Egoismus  in dir und versuche einen Moment zu finden, in dem das auch gestimmt hat. Überlege dir zu jedem dieser Gegensatzpaare, was sie für deine Arbeit bedeuten. Z.B. würde „Teamplayer“ vielleicht bedeuten, dass du dich selbst selten durchsetzt und die Identifikation mit gesundem Egoismus dir eine neue Zielorientierung bringt.

Diese Arbeit verlangt dir viel ab, da sie an deinen Kern geht. Aber ich verspreche dir, wenn du gut zu dir bist, während du sie machst, wird sie dir ganz neue Erkenntnisse und ein großes, dickes Level Up in deiner Entwicklung als Künstler*in geben.

Happy New Year! xxx, Nives

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